Joseph Beuys – Blitz und Bienenkönigin

Joseph Beuys – Blitz und Bienenkönigin

Förderverein Dachauer Wasserturm e.V.  in Zusammenarbeit mit "Galerie Lochner": Ausstellung Joseph Beuys "Blitz und Bienenkönigin" vom 1. bis 18. März 2018 im Rübsamen-Tiefgeschoss, Pfarrstraße 1, 85221 Dachau – Vernissage am 28. Februar 2018 um 19 Uhr mit Dr. Jutta Mannes (Einführung) und Christian Benning (Percussion) – Führungen durch die Ausstellung mit Dr. Jutta Mannes

Ausstellung

  • 1. bis 18. März 2018
  • Rübsamen-Tiefgeschoss, Pfarrstraße 1, 85221 Dachau
  • Eintritt frei

Vernissage

  • am 28. Februar 2018 um 19 Uhr
  • Einführung: Dr. Jutta Mannes
  • Percussion: Christian Benning

Öffnungszeiten

  • Täglich 14 – 19 Uhr
  • Kunst am Abend: Donnerstag bis 21 Uhr
  • Kunst am Vormittag: Samstag ab 11 Uhr
  • Die VHS Dachau bietet an folgenden Terminen Führungen durch die Ausstellung mit Dr. Jutta Mannes an
    Sonntag, 4. März 2018, 14.00 Uhr
    Donnerstag, 8. März 2018, 14.00 Uhr
    Samstag, 10. März 2018, 11.00 Uhr
    Donnerstag, 8. März 2018, 18.00 Uhr
    Die Anmeldung zu den Führungen erfolgt über die VHS Dachau

 Weitere Information: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, telefonisch unter 08131/79356 oder unter www.galerielochner.de

 

Joseph Beuys: „Blitz und Bienenkönigin“ in Dachau

Auch wenn das Werk von Joseph Beuys dem gelegentlichen Kunstbetrachter manchmal sperrig und befremdlich erscheint, zählt er zu den wichtigsten Künstlern der Moderne. Mancherorts wurde sein Werk als deutscher Gegenentwurf zu den Arbeiten von Andy Warhol bezeichnet. Sein optisches Erkennungszeichen war für viele der in der Öffentlichkeit fast ständig getragene Filzhut.

Beuys machte sich nicht nur einen Namen als herausragender Zeichner sowie Aktions- und Installationskünstler, Fachtheoretiker und Hochschullehrer, sondern wurde einer breiteren Öffentlichkeit vor allem durch seine fast durchwegs umstrittenen politischen Aktionen zum Begriff.
Seit Beginn der 60er Jahre war seine künstlerische Auffassung von einem stark gesellschaftspolitischen Kunstbegriff gekennzeichnet, der Beuys immer wieder in Auseinandersetzung mit dem etablierten Kunst- und Akademiebetrieb brachte.
Neben seinen in der Öffentlichkeit meist besser bekannten und umstrittenen Arbeiten, wie z.B. „Zeige deine Wunde“ oder Installationen aus Fett und Filz, hat Beuys auch ein umfangreiches grafisches Werk hinterlassen: Hier vertraute er Motive aus früheren Jahren dem traditionellen Medium der Radierung und Lithografie an, die sich dort zu leichtfüßigen, natürlich anmutenden Bildern verdichten. Durch die gezielte Wahl der Papierformate und die kritische Begleitung des Druckvorgangs hat Beuys dabei unmissverständlich seine Bemühtheit um ästhetische Stimmigkeit gezeigt.

Auf diese oft weniger bekannten, grafischen Arbeiten wird sich neben einigen der berühmteren Auflagenobjekte die Dachauer Ausstellung zu Joseph Beuys in ihrem Schwerpunkt konzentrieren, benannt nach dem Titel einer seiner Grafiken ‚Blitz und Bienenkönigin‘. So erschließt sich dem Betrachter in diesem Teil des Werkes der nicht nur politische, sondern auch um die Rettung des Natürlichen bemühte Künstler Beuys in seiner erdverbundenen, das Konkrete thematisierenden Ästhetik ganz unmittelbar.
In der Ausstellung wird am Beispiel einiger Blätter auch anhand von Probedrucken, die Beuys mit handschriftlichen Anmerkungen versehen hat, der Entstehungsprozess bis zur Druckfreigabe gezeigt, was dem Besucher einen spannenden und das Verständnis bereichernden Einblick in die Arbeitsweise dieses Ausnahmekünstlers gewährt. Die späten Druckgrafik-Suiten "Schwurhand", entstanden 1980,  "Zirkulationszeit", entstanden 1982, und "Tränen", entstanden 1985, werden vollständig zu sehen sein. Ergänzend werden andere seiner Multiples gezeigt, die in unterschiedlichen Auflagen erschienen sind. Beispiele hierfür werden einige der bekannten "Wirtschaftswerte" sein; die „Capri-Batterie“ wird nicht fehlen, ebenso wie "Das Orwell-Bein - Hose für das 21. Jahrhundert", eine Jeans mit ‚modisch vorausschauenden‘ Löchern am Knie.

Gerade erst die Betrachtung der grafischen Blätter des von esoterischen Riten und der Anthroposophie inspirierten Beuys in scheinbarem Gegensatz zu dem Beuys der politischen Happenings und Objekte vermag die Sinne für die ungewöhnliche Spannung dieser Darstellungen zu schärfen.

 

Joseph Beuys: Vita

1921     geboren 12.Mai in Krefeld. Später Besuch des Gymnasiums in Kleve.

1936     Mitglied in der Hitlerjugend.

1939     Schulabbruch und Reisen mit einem Zirkus durch Europa.
.
1940     Rückkehr an die Schule. In der Schule fiel er durch sein Zeichentalent auf.
 
1941     Schulabschluss.

1941     Nach dem Abitur freiwillige Meldung zur Luftwaffe und Ausbildung zum Bordfunker. Gleichzeitig besuchte er geografische Vorlesungen. Einsätze in Sturzkampfbomber-Verbänden in Böhmen und Mähren sowie an der Adria und in Russland. Zahlreiche Zeichnungen und Skizzen entstehen in den Kriegstagen.

1944     als Unteroffizier überlebt er einen Flugzeugabsturz über der Krim mit Verletzungen. Angeblich wurde Beuys von Krimtataren gefunden mit Hilfe von Fett zur Heilung und Filz zur Wärmung gepflegt. Dies sollt später Beuys´ Vorliebe für die Materialien Fett und Filz bei seinen Arbeiten erklären.

1945     9. Mai, britische Gefangenschaft; 3 Monate später erfolgt die Entlassung von Beuys, körperlich und psychisch angeschlagen.
 
1945     Aufnahme in den „Klever Künstlerbund und Beteiligung an Gruppenausstellungen.

1946     Beginn des Studiums ‚Monumentalbildhauerei‘ an der Kunstakademie in Düsseldorf.
 
1951     Ernennung zum Meisterschüler in der Klasse von Ewald Mataré. Durch Mataré kommt er schon seit 1948 mit den Lehren des Kulturanthroposophen Rudolf Steiners in Berührung, Grundlage für Beuys‘ spätere Ideen zur ‚sozialen Plastik‘.

1953     erste Einzelausstellung, Beendigung des Studiums und Bezug eines eigenen Ateliers in Düsseldorf-Heerdt.

1959     erster bedeutender öffentlichen Auftrag: ein Gefallenen-Ehrenmal in Meerbusch-Büderich. Erste Experimente mit Materialien wie Filz und Fett.

1959     Heirat mit Eva-Maria Wurmbach mit den späteren Kindern Wenzel (1961) und Jessyka (1964).

1961     Ruf an den ‚Lehrstuhl für Monumentalbildhauerei der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf‘. Künstlern wie Jörg Immendorff und Felix Droese studierten bei ihm.

1963     Inszenierung der sog. Fluxus-Abende, bei denen er seine ersten aufsehenerregenden Aktionen veranstaltete.

1964     Teilnahme an der documenta III.

1965     Aktion „Wie man einem toten Hasen die Bilder erklärt“.

1969     kommerzieller Durchbruch 1969 auf dem ‚Kölner Kunstmarkt mit der Installation ‚The pack (das Rudel)‘.
1972     Kündigung seiner Stellung am Lehrstuhl durch den damaligen Wissenschaftsminister Johannes Rau.

1972     Ausstellung mit dem Titel Arena – dove sarei arrivato se fossi stato intelligente! (deutsch: Arena – wo wäre ich hingekommen, wenn ich intelligent gewesen wäre!) in der Galleria l’Attico in Rom
1974     Gastprofessur im Wintersemester an der ‚Hochschule für bildende Kunst‘ in Hamburg.
1974     Reise in die USA zu einer Vortragsreihe ‚ Energy Plan for the Western Man‘. Er sprach unter anderem über die „ganze Frage der Möglichkeit, dass jedermann nun seine eigene besondere Art von Kunst, seine eigene Arbeit, für die neue soziale Organisation“ machen solle.

1974     Aktion „I like America and America likes Me“. Beuys lässt sich in Filz einwickeln  und verbringt mehrere Tage mit einem Kojoten in einem New Yorker Galerie-Raum.

1976     Teilnahme an der 37. Biennale in Venedig mit der Installation Straßenbahnhaltestelle/ Tram Stop/ Fermata del Tram.

1979     Mai,  Erstes Zusammentreffen mit Andy Warhol in Düsseldorf.

1979     November, Eröffnung der Ausstellung Kunst = Kapital – Joseph Beuys, Robert Rauschenberg, Andy Warhol.

1979/1980     Beuys Retrospektive im New Yorker Guggenheim Museum.

1980     Gründung der  Free International University (FIU) in seinem Atelier.

1982 -1987     documenta 7: Mithilfe seiner Skulptur ‚Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen)‘ möchte Beuys Kassel mit 7000 Eichen mit jeweils einer Basaltstele bepflanzen.

1984     Ausstellungen in Japan zusammen mit Nam June Paik

1985     Beuys erkrankt  an einer seltenen Lungenkrankheit
1985     Entstehung der ‚Capri-Batterie‘ während eines Genesungsaufenthalts in Neapel
1986     Beuys stirbt am 23. Januar in Düsseldorf im Alter von 64 Jahren

 

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